Möglich wurde er, weil beide Seiten ein gemeinsames Interesse erkannten, bereit waren fair zu verhandeln, Zugeständnisse zu machen und eine Lösung anzustreben, von der am Ende alle profitierten.
Diese Haltung ist heute aktueller denn je. Deutschland steht vor großen Aufgaben: Die sozialen Sicherungssysteme müssen zukunftsfest werden, die Arbeitswelt verändert sich rasant, der demografische Wandel stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Nach Jahren des Aufschiebens braucht es Reformen, die nicht den Interessen einzelner Gruppen dienen, sondern dem Gemeinwohl. Gefragt sind Entscheidungen, die über Legislaturperioden hinaus Bestand haben und soziale Gerechtigkeit ebenso im Blick behalten wie wirtschaftliche Stabilität.
Tragfähige Lösungen braucht es nicht nur in der Politik. Sie wachsen überall dort, wo Menschen sich gemeinsam für das Wohl aller einsetzen. Davon erzählen die Beiträge in diesem Heft: vom unermüdlichen Engagement der Menschen an der Ahr in den fünf Jahren nach der Flutkatastrophe ebenso wie vom beharrlichen Einsatz für Gleichstellung, den Frauen nunmehr seit 60 Jahren bei KOLPING leisten. Auch in der Debatte um Sozial- und Rentenreformen bezieht KOLPING Position.
Verantwortung zeigt sich zudem in der Forderung, Sorgearbeit und Ehrenamt im heutigen Arbeitsbegriff zu berücksichtigen, im Einsatz für fairen Handel während der Fairen Woche sowie in der Zusammenarbeit von Hochschule und Kolping-Bildung. Unterschiedliche Themen – und doch verbindet sie eine gemeinsame Überzeugung: Zukunft gelingt dort, wo Menschen Verantwortung teilen, Solidarität leben und gemeinsam nach Lösungen suchen.
Viel Spaß beim Lesen – Treu Kolping!
Dein Christoph Nösser
Chefredakteur
christoph.noesser@kolping.de