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Walter ist stolz auf seine neue Produktvielfalt und das schicke Design. Die Chilisaucen verkaufen sich nun viel besser.
Achtung, jetzt wird’s scharf: Stolz zeigt Walter, alias Don Chele, seine neue Vielfalt an Chilisoßen. Aktueller Verkaufshit ist die süß-herbe Geschmacksrichtung mit Maracuja. Und überhaupt – seit der 46-jährige Kleinbauer aus Jipijapa die Weiterverarbeitung und Vermarktung seiner Chilischoten mithilfe von KOLPING neu aufgestellt hat, läuft es richtig gut.
Seine neuen Verkaufserfolge sind das Ergebnis eines durchdachten Förderansatzes. Walter ist Teilnehmer bei Kolping emprende, einem Entwicklungsprojekt von KOLPING INTERNATIONAL in Ecuador, das seit 2023 in der Küstenregion Manabí gezielt Kleinunternehmerinnen und Kleinunternehmer stärkt. Der Name des Programms ist ein Versprechen: “KOLPING geht es an” – und zwar mit System. Gemeinsam mit dem Projektkoordinator wird jedes Kleinunternehmen zunächst individuell unter die Lupe genommen: Wo hakt es, wo stecken Potenziale? Dann wird geschult und angepackt. Geschäftspläne, Buchhaltung, Marketing, Produktentwicklung, neue Verkaufsstrategien – all das lernen die Teilnehmenden praxisnah und erhalten Unterstützung bei der Umsetzung.

Bei Walter bedeutete das: neue Rezepturen, neue Flaschen, stylische Etiketten – und ein professionelleres Geschäftsmodell.“Früher habe ich meine Chilischoten zu einer einzigen Soße verarbeitet, die ich in Plastikflaschen ohne Aufschrift verkaufte, wo es sich anbot. Einen Geschäftsplan hatte ich nicht”, erzählt der 46-Jährige. Heute vertreibt er seine erweiterte Produktpalette unter dem eigenen Logo “Don Chele”. Seine Etiketten sprühen vor Witz, seine Soßen vor Ideen. Abgefüllt wird in Glasflaschen. Damit er sich eine Abfüllanlage anschaffen konnte, erhielt er von KOLPING einen günstigen Kleinkredit. Die Veränderungen haben sich gelohnt: Walters Chilisoßen sind begehrt. “Ich konnte neue Kunden gewinnen und mir neue Absatzmöglichkeiten erschließen. Mein Einkommen ist deutlich gestiegen.”

Wie Walter geht es weltweit zahlreichen Menschen, die in Armut leben. Sie brauchen keine Almosen, sondern eine Mischung aus den richtigen Impulsen, Bildung, etwas Kapital – und jemanden, der an sie glaubt. Dann schaffen es viele, sich aus eigener Kraft eine kleine Existenz aufzubauen, die sie und ihre Familien dauerhaft ernährt. Auch im südostasiatischen Inselstaat Timor-Leste verfolgt KOLPING diesen Ansatz. “Wir möchten Jugendliche und Erwachsene fortbilden und sie ermutigen, ein Kleinunternehmen zu gründen”, erklärt Bildungsreferent Bonifacio de Jesus Moreira Soares. Es geht dabei nicht nur um reine Wissensvermittlung, sondern auch um die Förderung von Mut und Selbstvertrauen. Beides braucht es, damit der Schritt in die Selbstständigkeit gelingt.
Auf eine fair bezahlte Anstellung können in Timor-Leste die wenigsten hoffen. Drei Viertel der Bevölkerung leben auf dem Land, wo Arbeit und Perspektiven rar sind. Auch Mariano hatte kaum genug zum Leben. Vor zwei Jahren besuchte der Kleinbauer dann Schulungen von KOLPING, in denen er viel über nachhaltigen Gemüseanbau, Tröpfchenbewässerung und Kompostherstellung lernte. Anschließend baute er sich mithilfe eines Kleinkredits ein Gewächshaus, um dort optimiert Gemüse anzubauen. Mit Erfolg: Seine Ernte vervielfachte sich. Ein weiterer Kleinkredit ermöglichte ihm den Kauf eines Motorrads, mit dem er nun sein Gemüse direkt an seine Kunden ausliefert. “Früher habe ich nur für die Ernährung gepflanzt. Jetzt pflanze ich für meine Zukunft”, sagt Mariano dankbar. Die Kombination aus Bildung und Mikrokrediten hat ihm – wie auch Walter in Ecuador – einen Weg aus der Armut gezeigt, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen. Genau das ist es, was KOLPINGS Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe" ausmacht.
Text: Michaela Roemkens
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