“Der Nachwuchs liegt mir einfach am Herzen”, sagt Kerstin Simon-Nesgen – und man glaubt es der fröhlichen Frau sofort. Seit dem Frühjahr 2026 bildet sie als Dozentin an der Pflegeschule Troisdorf die Fachkräfte von morgen aus. Dass sie sich nun ihrer Herzensangelegenheit widmen kann, verdankt sie einer pädagogischen Zusatzqualifikation, die sie an der Kolping Hochschule Gesundheit und Soziales absolvierte – und die ein gelungenes Beispiel dafür ist, wie gut im Kolping-Netzwerk eins ins andere greift.
Anfang 2026 stand Bettina Taegener, die Leiterin der Pflegeschule Troisdorf, vor einer Herausforderung: Sie hatte zwar zwei hochqualifizierte Bewerberinnen für die Pflegeausbildung, doch den beiden fehlte noch eine pädagogische Basisqualifikation. Diese ist in Nordrhein-Westfalen Voraussetzung für die Anerkennung als Lehrkraft. Als die Leiterin dann vom neuen Zertifikatsprogramm "Pädagogische Qualifikation für Dozent*innen im Gesundheitswesen" (PQD) der Kolping Hochschule erfuhr, war das “die perfekte Lösung”, erinnert sich Taegener. Sie konnte die beiden Bewerberinnen einstellen, die ab Februar 2026 berufsbegleitend an der PQD teilnahmen und schließlich im Juli dieses Jahres ihre Zertifikate erhielten. Nun sind sie voll anerkannte Lehrkräfte, dürfen offiziell Pflegekräfte ausbilden und Examenskurse begleiten.
PQD: Fit für die Lehre
Die Pädagogische Qualifikation für Dozent*innen im Gesundheitswesen (PQD) ist ein Zertifikatsstudiengang, der von der Kolping Hochschule angeboten wird. Die Absolvent*innen erlangen hierdurch die formale pädagogische Zusatzqualifikation, die in Nordrhein-Westfalen und weiteren Bundesländern Voraussetzung für die Anerkennung als Lehrkraft durch die zuständige Bezirksregierung ist.
Der Zertifikatsstudiengang dauert etwa sechs Monate. Die Kurse finden berufsbegleitend freitags und samstags online statt. Abgeschlossen wird er durch eine Facharbeit und eine Lehrprobe. Nächstmöglicher Start ist im November 2026.
Leidenschaft für die Lehre
“Das mit den Online-Kursen hat supergut funktioniert”, freut sich Laura Fechner, eine der neuen
Dozentinnen. Bevor sie nach Troisdorf kam, hatte sie einen Bachelor in Internationaler Not- und Katastrophenhilfe sowie einen Master in Medizinmanagement erlangt. Ursprünglich hatte es sie in die Entwicklungshilfe gezogen, doch schließlich entdeckte die Bonnerin ihre Leidenschaft für die Lehre. An die PQD hat sie gute Erinnerungen: “Die Kurse fanden alle zwei Wochen freitagabends und samstagvormittags statt, das ließ sich super einrichten.”

Auch Kerstin Simon-Nesgen, der zweiten erfolgreichen PQD-Absolventin der Troisdorfer Pflegeschule, macht es besondere Freude, “Praxiserfahrung und Wissen weiterzugeben”. Nachdem sie zunächst als Krankenschwester gearbeitet hatte, machte sie den Master in Pflegemanagement. An der Troisdorfer Pflegeschule geht sie nun einen “neuen beruflichen Schritt”. Besonders am Herzen liegt Kerstin Simon-Nesgen die Integration ausländischer Auszubildender in ihren Kursen – und auch hierbei kommt ihr das didaktische Know-how aus der PQD zugute.
Neu: Studiengang Pflegepädagogik
Ab dem Wintersemester 2026/27 bietet die Kolping Hochschule den berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang Pflegepädagogik an. Dieser richtet sich an ausgebildete Pflegekräfte, die sich in der Lehre engagieren möchten. Inhalte aus der PQD können dabei angerechnet werden.
Best Practice im Kolping-Netzwerk
Träger der Troisdorfer Pflegeschule ist die Kolping Bildung Deutschland gGmbH. Deren Geschäftsführer, Frank Jelitto, hält die Zusammenarbeit der beiden Kolping-Partner für eine klassische Win-win-Situation: “Die Kooperation zwischen der Hochschule und unserer Pflegeschule ist eine gelungene Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis”, findet er. Und plant schon für die Zukunft, "dieses Best Practice-Beispiel und damit die Kompetenzen unserer Mitarbeitenden weiter
auszubauen."

Die Lehrproben nahm im Sommer die Rektorin der Kolping Hochschule, Prof. Dr. Edith Hansmeier, ab. Als wissenschaftliche Leiterin zeichnet sie auch für die Lernziele, Inhalte und Durchführung der Zusatzqualifikation verantwortlich. “Ich sehe hier hochmotivierte Dozentinnen, die mit dem Zertifikat auch über die fachdidaktische Qualifikation verfügen, um die Pflegeausbildung mitzugestalten. In Kooperation mit der Kolping Bildung Deutschland geht hier außerdem der Gründungsgedanke der Hochschule auf”, freut sich Hansmeier. Mit dem neuen berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang Pflegepädagogik für ausgebildete Pflegekräfte gehe die Kolping Hochschule diesen Weg konsequent weiter.
Auch Kerstin Simon-Nesgen fand die Synergieeffekte innerhalb des Kolping-Netzwerks auf Anhieb überzeugend: “Ich habe gleich gemerkt, dass alle Beteiligten ein Leitbild teilen und dieses auch mit Leben gefüllt wird.” Dazu gehört bekanntlich die Philosophie des lebenslangen Lernens – und dank dieser kann sich Simon-Nesgen nun endlich ihrer Herzensangelegenheit widmen: den Nachwuchs im Pflegebereich fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen.
Foto: Sebastian Wolf/Kolping Hochschule
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