Manchmal reift so eine Entscheidung über Jahre hinweg, manchmal geschieht sie spontan – wie bei Thomas Wendt aus Brühl im Rheinland.
Was bleibt am Ende von meinem Leben übrig? Diese Frage stellen sich vermutlich alle Menschen früher oder später einmal. Im Falle von Thomas Wendt ist es nicht zuletzt ein Haus voller Bücher. Der Brühler, der im vergangenen Jahr im Alter von nur 60 Jahren starb, galt als belesener Schöngeist. Seine Mutter war Küsterin und brachte ihn früh mit Kirche und Liturgie in Berührung. Eigentlich hatte er Priester werden wollen – bis er in Taizé seine spätere Frau Andrea kennen- und lieben lernte. So trat er schließlich nicht hinter, sondern vor den Altar und entdeckte seine Berufung als Ehemann und als Kolpingbruder. In seinem Nachlass findet sich ein schmaler Band mit dem Titel “Adolph Kolping. Für ein soziales Christentum” von Christian Feldmann, in dem Thomas Wendt offenbar viel gelesen und gearbeitet hat. Zahlreiche Passagen sind markiert und kommentiert; leuchtend gelb angestrichen ist ein Satz über den Gründer des Kolpingwerkes: “Er glaubte an die Kraft von Ideen.”
Dankbar für Unterstützung und Entlastung
Und mit einer Idee trat Claudia Betzeler, die Schwester von Andrea Wendt, an ihren Schwager heran, als dieser bereits schwer erkrankt war. Die Ehe war kinderlos geblieben und Andrea war bereits vor ihrem Mann verstorben. Ob Thomas Wendt sein Vermögen nicht vielleicht KOLPING vermachen wolle? “Thomas hat für KOLPING gelebt”, erinnert sich Claudia Betzeler, “und auf diese Weise gab es für ihn die Möglichkeit, über seine irdische Zeit hinaus die Arbeit des Kolpingwerkes zu unterstützen.” Ihr Schwager fand die Idee faszinierend und setzte in seinem Testament die Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerkes Deutschland als Erbin ein. Heute ist Claudia Betzeler in mehrfacher Hinsicht froh über diesen Einfall. “Zum einen ist es ein gutes Gefühl für mich zu wissen, dass meine Schwester Andrea und ihr Mann Thomas auf diese Weise in unserer Welt weiterwirken”, sagt sie. “Und ich bin einfach unglaublich dankbar, dass die Stiftung sich nach seinem Tod um alles gekümmert hat.” Claudia Betzeler lebt in der Nähe von Hannover, unterstützt ihre betagten Eltern und empfand die Zusammenarbeit mit der Stiftung in der schwierigen Zeit nach dem Tod ihres Schwagers im fernen Rheinland als ungeheuer entlastend. “Da war sofort ein Vertrauensverhältnis da”, erinnert sie sich an ihren ersten Kontakt mit Nadine Böhme von der Gemeinschaftsstiftung. “Ohne sie hätte ich, ehrlich gesagt, gar nicht weitergewusst.”
Die Bedeutung von Vertrauen betont auch Svenja Thomas, die bei der Gemeinschaftsstiftung für Spendenkommunikation, Erbschaften und Fonds zuständig ist. “Niemand trifft so eine Entscheidung leichtfertig”, sagt Svenja Thomas. “Manchmal begleiten wir Menschen über mehrere Jahre bei ihren Überlegungen, ob sie KOLPING in ihrem Testament bedenken möchten. Und wenn ja – dann auf welche Weise.” Denn wer die Früchte des eigenen Lebenswerkes – oder Teile davon – dem Kolpingwerk widmen möchte, kann das auf unterschiedliche Weise tun. Manche tätigen eine Spende, die innerhalb von zwei Jahren für den vorbestimmten Zweck verwendet wird, oder leisten eine Zustiftung; in diesem Fall bleibt die Summe erhalten und die Erträge daraus fließen in die Förderung der Kolpingarbeit. Andere Kolpingmitglieder wiederum vermachen ihrem Verband einen bestimmten Geldbetrag oder auch Immobilien. Oder aber sie setzen die Gemeinschaftsstiftung als Erbin ein, so wie Thomas Wendt es getan hat. “In jedem Fall können die Menschen festlegen, welcher unserer Förderbereiche ihnen ganz besonders am Herzen liegt”, erklärt Svenja Thomas. “Sie können einen unserer fünf Fonds wählen, die sich jungen Menschen oder dem Schwerpunkt Familie widmen, der Arbeitswelt, der Bildung oder der internationalen Arbeit. Oder sie bestimmen, dass das Erbe allgemein in die Arbeit des Verbandes einfließen soll.”
Verbunden bleiben
Für letzteres hat sich Thomas Wendt entschieden. “Er wollte einfach mit KOLPING verbunden bleiben”, sagt Claudia Betzeler. “Für mich ist es tröstlich, dass dadurch das Andenken von Thomas und Andrea weiterlebt.” Und diese Verbundenheit über das Irdische hinaus beruht auf Gegenseitigkeit. Denn Claudia Betzeler kann sich darauf verlassen, dass die Stiftung sich um die Grabstätte kümmert. “Wenn ich dann ab und zu im Rheinland bin, habe ich einen Ort, zu dem ich gehen kann.”
Thema "Erbschaft"

Hier findest Du Informationen und Ansprechpersonen zu allen Fragen rund um Erbschaften und kannst unseren “Ratgeber für eine sinnstiftende Nachlassplanung” herunterladen. Darin erläutern wir rechtliche und steuerliche Aspekte, beschreiben die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten und geben weiterführende Tipps.
Ansprechpartnerin:
Svenja Thomas
Tel.: 0221 20701-205
svenja.thomas@kolping.de
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