Dank einer "verrückten" Idee zum Traumjob

Christiane Hundt hat an der Kolping Hochschule ihren Weg gefunden – trotz schwerer Erkrankung.

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Lars Germann

Mit über 50 noch einmal studieren – das erscheint vielen Menschen abwegig. Für Christiane Hundt (55) hingegen hat sich durch ihr Studium ein Traum erfüllt: Mit ihrem Bachelor-Abschluss in Sozialer Arbeit hat sie endlich ihre berufliche Erfüllung gefunden und leitet seither eine Wohngruppe der Kolping Jugendhilfe Paderborn. Der Weg dahin war “schon anstrengend”, sagt die zweifache Mutter, doch sie ist stolz darauf, ihn gegangen zu sein. “Das ist mal wieder so eine verrückte Idee von Mama”, war der Kommentar ihrer Kinder, als Christiane Hundt ihrer Familie im Herbst 2021 eröffnete, dass sie ein Studium aufnehmen will. Auch ihr Ehemann reagierte erstmal skeptisch, unterstützte sie dann aber voll und ganz.

Eigentlich dachte Christiane Hundt immer, mit Anfang 50 sei man beruflich bis ins Rentenalter festgelegt. Bis dato arbeitete sie in einem Elektrofachhandel, über 16 Jahre war sie hier beschäftigt. Als sie eine Familie gründete, blieb für den alten Job nicht genug Zeit. Mehr durch Zufall ergatterte sie eine Stelle als Betreuerin in einer Flüchtlingsunterkunft – und wusste  direkt: “Das ist meine Welt hier. Das macht mir Spaß!”

Ihr Problem: Sie hatte zwar viele Fortbildungen und Schulungen absolviert, aber keine abgeschlossene Ausbildung. Jetzt wurde ihr klar: “Ich will mehr lernen und mehr können!” 

Eine Freundin brachte sie daraufhin auf die Idee, berufsbegleitend zu studieren und machte sie auf die damals frisch gegründete Kolping Hochschule für Gesundheit und Soziales aufmerksam. "Online studieren – neben der Arbeit – das wäre doch was für dich", habe sie gemeint. Und die Studiengebühren waren im Vergleich mit anderen privaten Hochschulen im sozialen und Gesundheitsbereich niedrig. Also bewarb sich Christiane Hundt einfach mal, “aber ich habe nicht erwartet, dass ich genommen werde.”

Bislang vier Studiengänge: Kolping Hochschule für Gesundheit und Soziales

Die Kolping Hochschule bietet aktuell vier Bachelor-Studiengänge an: Zum Wintersemester 2025/26 stehen die Studiengänge Soziale Arbeit (dual und berufsbegleitend), Kindheitspädagogik (dual und berufsbegleitend), Gesundheitspsychologie (berufsbegleitend) sowie Gerontologie, Gesundheit & Care (berufsbegleitend) zur Auswahl. Ab dem Sommersemester 2026 werden voraussichtlich zusätzlich die Studiengänge Physician Assistant*, Digital Health sowie Gesundheits- und Pflegepädagogik* angeboten. 

Alle Studiengänge haben eine Regelstudienzeit von sieben Semestern. Die Studiengebühren (ab 330 € monatlich) können in verschiedenen Zahlungsmodellen geleistet werden und beinhalten sämtliche Kosten des Studiums.

Studiert wird in “Online-Präsenz” – also bequem vom Heimatort aus: Die Studierenden nehmen zu festen Zeiten an Online-Vorlesungen teil und können sich dabei “live” mit ihren Professor*innen und Kommiliton*innen austauschen. Auf dem “Online Campus” finden sie alle wichtigen Unterlagen und Infos zu ihrem Studium und können direkt Kontakt zu Dozent*innen, Studierenden und der Studienberatung aufnehmen. Alle sechs bis acht Wochen treffen sich Studierende und Lehrende zu Praxis-Workshops auf dem Campus. 

* Die Studiengänge Gesundheits- und Pflegepädagogik und Physician Assistant werden vorbehaltlich der erfolgreichen Akkreditierung und der staatlichen Anerkennung durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW angeboten.

Weitere Infos  zum Studienangebot der Kolping Hochschule Gesundheit und Soziales

Berufsbegleitendes Studium

Die Bewerbung mit dem nicht ganz gewöhnlichen Lebenslauf hinterließ Eindruck beim Studiengangsleiter für Soziale Arbeit, Prof. Dr. Ulrich Weiß. Er lud die Bewerberin zu einer Eignungsfeststellungsprüfung ein – und schließlich erhielt Christiane Hundt die Zulassung zum Studium. Die frischgebackene Studentin war völlig aus dem Häuschen: Es konnte losgehen! 

Das Studium der Sozialen Arbeit erfüllte ihre Erwartungen voll und ganz. “Das große Ganze hat mich interessiert, dass ich einen anderen Blick für viele Dinge bekommen habe”, erläutert Christiane Hundt. So lernte sie, die auch während ihres Studiums in Jugendwohngruppen arbeitete, die “professionelle Distanz zu wahren” – also zugewandt und empathisch mit Jugendlichen umzugehen, aber Konflikte und Schicksale nicht zu nah an sich heranzulassen. Letzteres kann schnell passieren, wenn man doch unbedingt helfen will. Auch Themen wie “Soziale Ungleichheit” faszinierten die Studentin. Und bei den “Case Days”, den Praxis-Workshops vor Ort, die alle sechs bis acht Wochen stattfinden, lernte sie ihre Kommiliton*innen persönlich kennen und knüpfte wertvolle Kontakte.

“Ich habe heute ein ganz anderes Selbstbewusstsein. Ich bin stolz darauf, dass ich das in meinem Alter so gut hinbekommen habe.”
 

Christiane Hundt

Überwältigende Anteilnahme

Während ihres Studiums kam ihr dann ihr eigenes Schicksal in die Quere: Bei ihr wurde Krebs diagnostiziert. “Ich war ein Jahr lang ausgeknockt”, erinnert sie sich. An Arbeit war erst mal nicht zu denken, doch ihr Studium setzte sie fort: “Das tat mir in dieser Zeit gut.” Christiane Hundt ging offen mit ihrer Erkrankung um, war überwältigt von der Anteilnahme ihrer Kommiliton*innen und Dozierenden: “Meine Mitstudierenden haben mich sehr unterstützt”, erzählt sie. “Ich habe ganz viel Hilfe von allen möglichen Seiten bekommen.” So überstand Christiane Hundt auch diese schwierige Zeit in ihrem Leben und ist heute wieder gesund. Dass sie dabei ein Ziel vor Augen hatte – den Studienabschluss und eine neue berufliche Perspektive – war dabei sicher hilfreich.

Im April 2025 war es dann so weit: Aus den Händen von Rektorin Prof. Dr. Edith Hansmeier und Prof. Dr. Ulrich Weiß erhielt sie ihr Bachelor-Zeugnis in Sozialer Arbeit und ist seitdem staatlich anerkannte Sozialpädagogin. Gemeinsam mit ihren Kommiliton*innen, die ihr in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen waren, feierte sie ihren Hochschulabschluss. 

Förderung: Kolping-Stipendium

Mit dem Kolping-Stipendium unterstützt das Kolpingwerk aktive Kolpingmitglieder oder Mitglieder anderer katholischer Jugendverbände im BDKJ, die an der Kolping Hochschule studieren möchten. Das Stipendium beträgt 100 Euro monatlich für den Zeitraum des Studiums.

Weitere Infos

Rückblickend ist Christiane Hundt sehr glücklich über ihre Entscheidung, trotz ihres Alters noch ein Studium begonnen und absolviert zu haben: “Ich habe gemerkt, wie ich im Laufe des Studiums gewachsen bin”, sagt sie. “Es ist schon bemerkenswert, was dieses Stück Papier mit einem macht. Ich habe heute ein ganz anderes Selbstbewusstsein. Ich bin stolz darauf, dass ich das in meinem Alter so gut hinbekommen habe.” Dankbar ist sie auch ihrer Familie, die sie trotz anfänglicher Skepsis die ganze Zeit unterstützte.

Beruflich hat ihr der staatlich anerkannte Abschluss den Weg geebnet, den sie sich so sehr gewünscht hatte: Bereits während ihres Studiums hatte sie beim Kolping Berufsbildungswerk in Brakel ein Praktikum in einer Jugendwohngruppe absolviert. Dank ihres Hochschulabschlusses wurde ihr in Brakel der Aufbau und die Leitung einer Kolping-Jugendwohngruppe für unbegleitete minderjährige Geflüchtete angeboten. Die Stelle nahm sie gerne an. “Indem ich dorthin zurückkehre, wo ich einst zur Schule ging, schließt sich hier für mich ein Kreis. ‘Back to the roots’ sozusagen!”, freut sich Christiane Hundt.

Vielleicht ist das, was einigen “abwegig” erscheint, für andere einfach genau der richtige Weg: Mit Mut und Kraft ist Christiane Hundt ihn gegangen – mit großem Einsatz und mit der Unterstützung ihrer Familie. Darauf darf sie stolz sein.

Tipps für angehende Studierende

Der Fachkräftemangel – Deine Chance!

Welchen Berufsweg soll ich einschlagen? Lohnt sich ein Studium? Welche Studiengänge sind nicht nur inhaltlich spannend, sondern auch in Zukunft gefragt? Mit welchem Studium kann ich wirklich etwas bewegen? Diese Fragen stellen sich aktuell viele Abiturient*innen und Berufserfahrene, die über ein Hochschulstudium nachdenken. Spätestens seit dem Siegeszug der Künstlichen Intelligenz (KI) verändert sich der Arbeitsmarkt rasant. Niemand möchte etwas studieren, was schon bald nicht mehr gebraucht wird. Die Bildungsexpert*innen von der Kolping Hochschule Gesundheit und Soziales wissen, welche Bachelor-Studiengänge zukunftssichere Jobs versprechen:

In kaum einer Branche werden derzeit so viele akademisch ausgebildete Fachkräfte gesucht, wie in der Sozialen Arbeit. Vor allem von Jugendhilfeeinrichtungen, Beratungsstellen in der Sucht- oder Familienhilfe sowie von Jugendämtern. “Soziale Arbeit verbindet Sinn, Vielfalt und Perspektive”, sagt Yvonne Hausmann, Bereichsleitung Jugendhilfe beim Kolping Bildungswerk Essen und nebenbei Studierende an der Kolping Hochschule: “Wer sich für ein Studium in diesem Bereich entscheidet, hat nicht nur gute Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz, sondern auch auf vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, sowohl fachlich als auch in Leitungsfunktionen.”

Den Studiengang Soziale Arbeit kannst Du übrigens auch dual studieren, und die Kolping Hochschule hilft gerne bei der Suche nach einer geeigneten Praxisstelle. Sowohl im berufsbegleitenden als auch im dualen Studiengang beträgt die Regelstudienzeit sieben Semester. Im dualen Studiengang übernimmt Dein*e Praxispartner*in übrigens die Studiengebühren ganz oder zumindest teilweise. 

Im Studiengang Kindheitspädagogik lernst Du im “Online-Präsenz-Studium”, wie Du die Jüngsten in unserer Gesellschaft auf ihrem Weg zu selbstbestimmten Persönlichkeiten begleitest, ihre Stärken förderst und Lernumgebungen schaffst, in denen sie sich gut und gesund entwickeln können. Das Studium bereitet Dich auf Leitungsfunktionen in Krippen und Kitas vor, aber auch in der Frühförderung und in Ganztagsschulen. Wenn Du Dich im akademischen Bereich spezialisieren und in die Forschung gehen möchtest, kannst Du einen Master-Studiengang anschließen. Auch Kindheitspädagogik kannst Du dual studieren: Verbinde Dein Online-Präsenz-Studium an der Kolping Hochschule mit einer gleichzeitigen praktischen Ausbildung, etwa als Erzieherin, und wende Dein Wissen direkt in der Praxis an. In diesem Fall übernimmt Dein*e Praxispartner*in Deine Studiengebühren ganz oder teilweise. Die Regelstudienzeit beträgt sowohl im berufsbegleitenden als auch im dualen Studium sieben Semester. Die Kolping Hochschule bietet Hilfe bei der Suche nach Praxisstellen in Deiner Nähe. 

Immer mehr Menschen leiden an körperlichen und psychischen Erkrankungen. Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und vor allem Stress können zu Belastungen führen, die viele aus der Bahn werfen. Gefragt sind daher Gesundheitsexpert*innen, die dafür sorgen, dass Menschen lernen, mit Stressfaktoren umzugehen und dauerhaft gesund bleiben: Das fängt mit einem guten Präventionsansatz an und hört beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement noch lange nicht auf. “Es werden zunehmend akademisch ausgebildete Fachkräfte benötigt, die das Gesundheitswesen der Zukunft mitgestalten”, erklärt Prof. Dr. Andrea Kleiner von der Kolping Hochschule. Übrigens: Wer das Know-how aus der Gesundheitspsychologie mit einer Ausbildung, z.B. als Ergo- oder Physiotherapeut*in, verbindet, hat sogar noch bessere Berufsperspektiven! Als Gesundheitspsycholog*in kannst Du z.B. in Personalabteilungen, im Bereich Coaching oder in der Ernährungsberatung arbeiten. Das Studium ist auf sieben Semester angelegt.

In der Gerontologie geht es darum, Lebens- und Arbeitsräume für Menschen ab 55 Jahren zu gestalten, in denen sie gesund bleiben, sich verwirklichen und an der Gesellschaft teilhaben können. Ob im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz oder in Pflegeeinrichtungen – mit Deinem Know-how aus dem Gerontologiestudium kannst Du maßgeblich dazu beitragen. Der Studiengang hat eine Regelstudienzeit von sieben Semestern. Marco Kuklok, Stationsleiter in einem Pflegeheim in Ansbach und Student der Gerontologie an der Kolping Hochschule, sieht darin hervorragende Perspektiven für junge Studierende: “Wer sich gern Wissen aus verschiedenen Disziplinen wie Psychologie, Soziologie, Pädagogik und noch einiges mehr aneignen möchte und einen sehr gefragten, zukunftsträchtigen akademischen Abschluss erwerben möchte, sollte auf jeden Fall Gerontologie studieren.”

Weitere Infos

All diese Studiengänge kannst Du an der Kolping Hochschule für Gesundheit und Soziales studieren. Drei weitere Studiengänge – Physician Assistant, Digital Health und Gesundheits- und Pflegepädagogik – befinden sich derzeit in der Akkreditierung. Sie richten sich an Interessent*innen mit und ohne Berufsausbildung. 

Die Regelstudienzeit beträgt in allen Studiengängen sieben Semester, also dreieinhalb Jahre. Die Kolping Hochschule erhebt Studiengebühren (ab 330 Euro monatlich), die Du z.B. durch das Kolping Stipendium verringern kannst.  Alle Infos über das Studienangebot, die Zulassungsvoraussetzungen und Finanzierungsmöglichkeiten findest Du auf Hier

Wenn Du Dich für das Kolping Stipendium interessierst, findest Du hier  weitere Infos.

“Das Gesundheits- und  Sozialsystem befindet sich in einem umfassenden Wandel. An der Kolping Hochschule bieten wir Euch mit unseren Studiengängen erstklassige Perspektiven – nicht nur, um Eure Ziele zu verwirklichen, sondern auch, um das Gesundheits- und Sozialsystem der Zukunft aktiv mitzugestalten.”

Prof. Dr. Edith Hansmeier, Rektorin der Kolping Hochschule

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