Mit diesen Worten beginnt die erste Enzyklika von Papst Franziskus, die im November 2013 erschien. Mit seinem erfrischend persönlichen Auftreten nach seiner Wahl schien es, als breche in der Kirche eine neue Zeit an. Heute richtet sich der Blick der Betrachter*innen innerhalb und außerhalb der Kirche eher auf enttäuschte Geschwister im Glauben, die das Versagen, die Schwachheit und die Bigotterie beim kirchlichen Bodenpersonal zur Kenntnis nehmen. Ihr Blick ist so bitter geworden wie ihre enttäuschte Stimmung. Es fällt anscheinend schwer, das Gute zu sehen, das auch in unserer Kirche geschieht. Dabei käme es doch gerade in Zeiten wie diesen darauf an, die Spannung (aus-)zuhalten zwischen denen, die an vermeintlichen Mängeln kleben und denen, die die zaghafte Unbeweglichkeit kirchlicher Amtsträger immer wieder benennen. Gleichzeitig kommt es um der Wahrheit und der Wirklichkeit willen darauf an, immer auch das Gute zu benennen und es zu stärken, wo immer sich eine Gelegenheit dazu bietet.
Freude als Triebfeder des Lebens
Wie positiv kommt da dieses Bild herüber: junge Männer, die beim Jubiläumsfest von KOLPING nicht nur Flagge zeigen, sondern auch ein von Herzen kommendes Lächeln. Ich will und kann mir mit dem besten Willen nicht vorstellen, dass es allein der Blick auf eine auf sie gerichtete Kamera gewesen soll, der für den Gesichtsausdruck der beiden Bannerträger gesorgt hat – viel lieber stelle ich mir Menschen vor, die den freudigen Blick der beiden ausgelöst haben. Freude steckt an. Live und über eine Fotografie. Um diese Freude soll es mir gehen. Freude, die im lebendigen Zusammensein mit Menschen entsteht und wächst, die aber aus einer tieferen Quelle kommt: einem Grundvertrauen in Gott, ins Leben und in die Menschen, mit denen ich unterwegs bin.
Auch in der Bibel kommt die Freude als Triebfeder des Lebens und als Gottesgeschenk immer wieder zur Sprache. Die Beter im Alten Bund sagen zu Gott: “Du legst mir größere Freude ins Herz als andere haben bei Korn und Wein in Fülle” (Ps 4,8) – und es wird kein Zweifel daran gelassen, dass es Gottes Freude ist, bei den Menschen zu wohnen (Spr 8,31).
Immer wenn Gott sich ins Geschehen dieser Welt einmischt, ist zuerst einmal von Freude die Rede. Das beginnt bei der Geburt Jesu und geht bis zu seiner Auferstehung. Da wird klar, dass es nicht um kurzfristigen Spaß geht, sondern um mehr. Die Botschaft von der Nähe Gottes heißt – gute Nachricht, frohe Botschaft: “Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe.” So benennt Paulus die Grundstimmung christlichen Lebens (Phil 4,4-5). Adolph Kolping stellt die Freude ins Zentrum christlichen Handelns: “Nicht allein im Schmerz, auch in der Freude offenbart sich am tiefsten die Menschenseele.” Gerade im Blick auf den Erfolg des jüngsten Jubiläumsfestes ist es ein guter Impuls, auf diese Weise Flagge zu zeigen, Bot*in der Freude zu sein und die Hoffnung durchscheinen zu lassen, die uns trägt.
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