KOLPING ist finanziell langfristig und nachhaltig gesichert

Wie wird unser Verband finanziert? Ein Blick hinter die Kulissen mit Bundessekretärin Alexandra Horster und Guido Mensger, Leiter Finanzen und Verwaltung.

Ansprechpartnerin für Spendenkommunikation

Svenja Thomas

Wenn Kolpinggeschwister von KOLPING sprechen, dann meinen sie mehr als Strukturen und Zahlen. Sie meinen eine Gemeinschaft, die trägt. Eine Bewegung, die sich seit über 175 Jahren für Menschen einsetzt, die Unterstützung, Orientierung und Solidarität brauchen. Und sie meinen eine zivilgesellschaftliche Organisation, die sich klare Werte gibt: Menschenwürde, Demokratie, christliche Sozialethik, Verantwortung füreinander. Gerade weil wir als Verband eine klare Haltung haben, werden immer wieder Fragen gestellt: “Wie kommt eigentlich das Geld zusammen, das unsere vielfältige Arbeit möglich macht?” Wie finanziert sich Kolping eigentlich? Steht der Staat dahinter? Wie unabhängig sind wir wirklich?"

Wer einmal hinter die Kulissen von Kolping Deutschland schaut, wird überrascht sein, wie sorgfältig und nachhaltig unsere Mittel eingesetzt werden. Unsere wichtigste Kraftquelle sind wir selbst. Die rund 200.000 Mitglieder tragen mit ihren Beiträgen maßgeblich die verbandliche Arbeit. Dazu kommt das Engagement der Ehrenamtlichen, das mit keinem Euro der Welt aufzuwiegen wäre. Doch wie genau setzt sich unsere Finanzierung zusammen? Und was bedeutet das für die Unabhängigkeit eines Verbandes, der klar für Demokratie und Menschenwürde eintritt?

Die Basis: Mitgliedsbeiträge

“Die Mitgliedsbeiträge sind das Fundament unserer Arbeit”, erklärt Alexandra Horster, Bundessekretärin von Kolping Deutschland: “Ohne sie könnten wir viele Projekte gar nicht realisieren.” Im Jahr 2024 nahm der Verband 4,7 Millionen Euro durch Beiträge der Mitglieder ein. Das sieht auf den ersten Blick nach einer großen Summe aus. Doch stellt man die Kosten gegenüber, die zur Finanzierung der Verbandsarbeit benötigt werden, wird schnell klar, wie knapp die Mittel sind, die auf viele Bereiche zu verteilen sind.

Der Beitrag, den unsere Mitglieder zahlen, setzt sich zusammen aus:

  • Ortsbeitrag für die Kolpingsfamilie,
  • Verbandsbeitrag für Kolping Deutschland,
  • Zustiftungsbetrag für die Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland.

Die Verbandsbeiträge fließen direkt in die Arbeit von Kolping Deutschland, die Zustiftungsbeträge erhöhen den Kapitalstock der Gemeinschaftsstiftung und dienen langfristig der Förderung unserer Projekte und Einrichtungen. Die Ortsbeiträge fließen in die Arbeit der jeweiligen Kolpingsfamilie
vor Ort.

Zuschüsse – eine wichtige Säule

Neben den Mitgliedsbeiträgen bringt der Verband eigene Mittel ein, um seine Aufgaben, Strukturen und Angebote zu finanzieren. Die Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland, der Deutsche
Kolpingsfamilie e. V. und das Katholische Gesellenhospitium zu Köln leisten mit ihren jährlichen Zuschüssen mittlerweile einen wichtigen Beitrag zur strukturellen Absicherung von Kolping Deutschland. Diese Eigenmittel ermöglichen die kontinuierliche Arbeit des Verbandes, die Unterstützung der Diözesan- und Landesverbände sowie die inhaltliche und organisatorische Weiterentwicklung von KOLPING. 

Für zusätzliche Projekte, die im besonderen öffentlichen Interesse liegen, reichen diese Mittel jedoch nicht aus. Dazu zählen etwa die Vorhaben in der Jugendarbeit, der Bildungsarbeit, der Demokratieförderung oder der Unterstützung von Geflüchteten. Um solche gesellschaftlich relevanten Aufgaben verlässlich wahrnehmen zu können, erhalten der KOLPING Deutschland n. e. V. und sein Rechtsträger, die Kolpingwerk Deutschland gGmbH (beide sind gemeinnützig anerkannt), ergänzend zweckgebundene öffentliche Zuschüsse. “Ohne diese Zuschüsse könnten wir Projekte wie unser Netzwerk für Geflüchtete oder die Arbeit der Kolpingjugend nicht finanzieren”, so Mensger.

Im Jahr 2024 beliefen sich die Erträge auf rund 8,6 Millionen Euro, darunter unter anderem folgende Zuschüsse:

  • 511.000 Euro von der Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland,
  • 433.373 Euro vom Deutsche Kolpingsfamilie e. V. / Katholischen Gesellenhospitium zu Köln u.a.
  • 297.867 Euro vom Kinder- und Jugendplan (KJP) des Bundes für die Kolpingjugend,
  • 242.257 Euro vom Verband der Diözesen Deutschlands,
  • 269.102 Euro vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU,
  • 334.369 Euro von BDKJ Kjd.
  • 685.589 Euro von AKF, BISD e.V., Weltwärts etc.

So werden die Mittel eingesetzt

Mensger erläutert: “Unsere Ausgaben teilen sich auf viele Bereiche auf – von Personal über Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Zuschüssen an die Diözesanverbände.”

Hier ein Überblick der zentralen Ausgaben 2024:

Bereich

Betrag in Euro

Personalkosten: Mitarbeiter*innen im Bundessekretariat

1.183.747,00€

Zuschüsse an Diözesan- und Landesverbändeverbände sowie Regionen und sonstige Zuschüsse und Zustiftungen zur Unterstützung der regionalen Arbeit

1.720.721,00€

Zuschuss an die Kolpingwerk Deutschland gGmbH für Projekt- & Verbandsarbeit

453.290,00€

Magazin, Internet, Social Media

1.113.133,00€

Mitgliederservice

621.043,00€

Organsitzungen, Kurse, Tagungen

369.878,00€

Archiv & Dokumentation

91.610,00€

Bundesfachausschüsse

150.064,00€

Mitgliedsbeiträge Kolping International, Kolping Europa, BDKJ

289.488,00€

Finanzierung der Arbeit der Kolpingjugend und der Jugendgemeinschaftsdienste (JGD)

2.202.837,00€

Bezogene Leistungen der Kolpingwerk Dienstleistungs gGmbH

317.355,00€

"Wir achten darauf, dass jeder Euro sinnvoll eingesetzt wird", sagt Mensger. “Transparenz und effiziente Mittelverwendung sind uns sehr wichtig. Personalkosten, Zuschüsse an Diözesanverbände, die Arbeit der Kolpingjugend, Publikationen wie das Kolpingmagazin, Tagungen, Organsitzungen, digitale Infrastruktur – all das findet sich in einer transparenten Mittelverwendung wieder, die jedes Jahr geprüft wird.”

Transparenz, die Vertrauen schafft

Mensger betont: “Wir möchten, dass unsere Mitglieder genau wissen, wofür ihr Beitrag verwendet wird. Deshalb geben wir dem Bundeshauptausschuss jährlich einen ausführlichen Bericht über die wirtschaftliche Entwicklung des Verbandes. Jeder soll nachvollziehen können, welche Mittel fließen und wie sie die Arbeit unterstützen.” Kolping lebt von einem ausgewogenen Finanzmix. “Diese Mischung sorgt dafür, dass wir eine solide Basis haben. Wir sind damit nicht abhängig von einer Institution, nicht von parteipolitischen Interessen”, so Mensger weiter. 

Die Zuschüsse und Mitgliedsbeiträge tragen dazu bei, dass Kolping Deutschland seine Aufgaben auf allen Ebenen erfüllen kann. Wir bleiben wertegeleitet und demokratisch verankert. “Jeder Beitrag, jede Spende und jeder Zustiftungsbetrag hilft dabei, unsere Vision von gelebtem Kolpinggedanken Wirklichkeit werden zu lassen”, resümiert Horster.

Interview: "Unsere Finanzlage ist sehr solide"

Interview mit Guido Mensger, Leiter Finanzen und Verwaltung von Kolping Deutschland.

Herr Mensger, wie stabil ist die Finanzlage von Kolping Deutschland?
Mensger: “Grundsätzlich sehr solide. Die Mitgliedsbeiträge bilden die Basis, und durch die Zuschüsse können wir gezielt Projekte fördern. Natürlich sehen wir auch Rückgänge bei den Beiträgen. Wir reagieren darauf mit fortlaufenden Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung.”

Wie profitieren die Diözesan- und Landesverbände?
Mensger: “Die Diözesan- und Landesverbände erhalten quartalsweise auf Basis der Verbandsbeiträge Zuschüsse, die je nach Größe eine wichtige Säule der Finanzierung darstellen. Auch die Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland zahlt an die Diözesanverbände Zuschüsse auf Basis der Erträge des Kapitalstocks Zustiftungsbeträge.”

Welche Projekte profitieren besonders von Zuschüssen?
Mensger: “Bei der Kolpingwerk Deutschland gGmbH sind dies vor allem die Fachreferate, die Kolping Jugendgemeinschaftsdienste und unser Netzwerk für Geflüchtete.”

Wie tragen die Zustiftungen zur Stabilität bei?
Mensger: “Die Gemeinschaftsstiftung ermöglicht es uns, vor allem mit der Immobilienbewirtschaftung von Kolpinghäusern und weiteren Immobilien stabile Erträge zu erzielen, die wir dann wieder in unsere Projekte reinvestieren. Das ist langfristige, nachhaltige Sicherung der Arbeit von Kolping.”

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