KOLPING stellt die Weichen für kommende Herausforderungen

Umfangreiche Satzungsänderungen, Personalentscheidungen, klare inhaltliche Weichenstellungen – das war die Bundesversammlung 2025.

Porträtfoto von Christoph Nösser

Chefredakteur

Christoph Nösser

Anfang November trafen sich in der Kölner Flora rund 320 Delegierte aus ganz Deutschland zur Bundesversammlung – dem höchsten beschlussfassenden Gremium von KOLPING. Drei Tage lang wurde intensiv debattiert, gewählt und Zukunft gestaltet. 

Personelle Kontinuität und Erneuerung

Bei den Wahlen der Verbandsleitung schenkten die Delegierten mit großer Mehrheit der bisherigen stellvertretenden Bundesvorsitzenden Klaudia Rudersdorf ihr Vertrauen, das Amt der Bundesvorsitzenden zu übernehmen. Sie bringt langjährige Erfahrung, hohe fachliche Kompetenz und eine starke Verbundenheit zu den Basisstrukturen des Verbandes mit. "Es ist Aufgabe von KOLPING, sich in Gesellschaft und Kirche für gegenseitige Wertschätzung, Chancengerechtigkeit und Gleichberechtigung einzusetzen«, sagte Klaudia Rudersdorf und versprach, ihren Beitrag dazu zu leisten, dass KOLPING lebendig und vielfältig bleibt. Sven-Marco Meng wurde in seinem Amt als Stellvertreter bestätigt. Außerdem wurde Michaela Brönner, bisherige Bundesleiterin der Kolpingjugend, zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt.

Klaudia Rudersdorf

(62, DV Essen), Verwaltungsfachangestellte, Bundesvorsitzende:

“Seit vielen Jahren bin ich an unterschiedlichen Stellen bei KOLPING engagiert. Ich blicke auf viele außergewöhnliche Ereignisse und Begegnungen zurück und durfte viel lernen und erfahren. Sehr gerne würde ich die Herausforderungen des Verbandes jetzt an vorderster Stelle mitgestalten, da ich mich durch mein bisheriges Engagement dazu gut vorbereitet fühle.”

Zum Bundespräses wählte die Versammlung Diözesanpräses Sebastian Schulz, der bis zum 1. März noch seine Amtsgeschäfte im Diözesanverband Paderborn fortführt. Wesentlich ist für ihn die gemeinsame pastorale Verantwortung mit Maria Adams, die in ihrem Amt als Geistliche Leiterin bestätigt wurde. Die Zusammenarbeit im Tandem verstehen beide als bewährtes Leitungsmodell, das gute Kommunikation, gegenseitiges Korrektiv und gemeinsame geistliche Orientierung ermöglicht. Ihr Anliegen ist es, geistliche Formate zeitgemäß weiterzuentwickeln, neue zu erproben, um sie dem Verband zur Verfügung zu stellen, so der Bundespräses: “Besonders wichtig ist uns, mit dem Kolpingspirit in den Kolpingsfamilien und Diözesanverbänden verbunden zu bleiben. KOLPING lebt aus dem Miteinander der verschiedenen Ebenen. Deshalb möchten wir auch vor Ort präsent sein, zuhören und im Austausch die Kraft stärken, die den Verband trägt.”

Sebastian Schulz

(46, DV Paderborn), Priester, Bundespräses:

“Als Bundespräses möchte ich gemeinsam geistliche Verantwortung gestalten und den Kolpingspirit als tragende Kraft erfahrbar machen. Mir geht es darum, Menschen zu verbinden, geistliche Impulse zeitgemäß weiterzuentwickeln und neue Wege zu finden, wie Glaube heute Orientierung gibt – im Verband, in Kirche und Gesellschaft.”

Außerdem wurden sämtliche stimmberechtigten Mitglieder des Bundesvorstandes gewählt. Was ihnen bei ihrer Arbeit in den kommenden Jahren wichtig ist, haben sie in kurzen Statements (siehe weiter unten) mitgeteilt. 

Michaela Brönner

(36, DV Würzburg), Technische Assistentin Uni Würzburg, stellvertretende Bundesvorsitzende:

“In den kommenden vier Jahren gilt es, den Verband fit für die Zukunft zu machen. Dazu sollen die generationenübergreifende Aktivitäten gestärkt und kreative Impulse gesetzt werden. Außerdem ist es wichtig, an den aktuellen gesellschaftlichen Themen und Herausforderungen zu arbeiten.”

Strukturelle Erneuerung: Agiler und handlungsfähiger

Ein zentrales Thema der Versammlung war die Weiterentwicklung der internen Struktur von Kolping
Deutschland. “Wir müssen agiler, schneller und zupackender werden, um als Verband Wirksamkeit zu entfalten und bei gesellschaftspolitischen Themen Gehör zu finden”, sagt Bundessekretärin Alexandra Horster. Dazu wurde der Bundesvorstand ermächtigt, anstelle der bisherigen dauerhaft eingerichteten Bundesfachausschüsse flexiblere Ausschüsse und Projektgruppen einzurichten, die ein gezieltes Reagieren auf aktuelle Entwicklungen ermöglichen. Lediglich die Ständige Kommission Arbeitswelt und Soziales bleibt in angepasster Form als Ausschuss bestehen, damit KOLPING weiterhin als Arbeitnehmerorganisation an den Sozialwahlen teilnehmen kann. Mit einem neuen Modell soll die Zusammenarbeit zwischen Verband und den zahlreichen rechtlich selbstständigen Einrichtungen klarer strukturiert und gestärkt werden. Künftig werden die sogenannten “Sonstigen Rechtsträger” – etwa Bildungswerke, Kolpinghäuser oder soziale Unternehmen – verbindlich über den Verband der Kolpinghäuser (VKH) oder den Verband der Kolping-Bildungsunternehmen (KBU) in den Verband eingebunden sein. Ziel ist es, Verantwortung, Kooperation und rechtliche Absicherung transparenter zu gestalten und den Verband insgesamt handlungsfähiger aufzustellen. 

Sven-Marco Meng

(39, DV Würzburg), IT-Produktmanager und Teamleiter BPMN, stellvertretender Bundesvorsitzender:

“Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Zukunftsthemen wie Digitalisierung und demografischer Wandel sind zentrale Herausforderungen unserer Zeit. Mit Leidenschaft und Verantwortung möchte ich diese Themen  voranbringen, um Kolping Deutschland stark für die Zukunft aufzustellen.”

Inhaltliche Weichenstellungen: Haltung und Verantwortung

Die Bundesversammlung setzte darüber hinaus deutliche inhaltliche Akzente und fasste mehrere richtungsweisende Beschlüsse. Der sicher auffälligste ist eine Namensänderung: Aus Kolpingwerk Deutschland wird Kolping Deutschland. Mit der neuen Bezeichnung will der Verband sein Profil schärfen und zugleich die enge Verbundenheit mit der weltweiten KOLPING-Gemeinschaft zum Ausdruck bringen. Der Name bringt auf den Punkt, was uns als Verband ausmacht: Zusammen sind
wir KOLPING – in Deutschland und in der Welt. 

Ein weiterer Beschluss verpflichtet Kolping Deutschland dazu, seine Arbeit auf Bundesebene bis spätestens 2035 klimaneutral zu gestalten. Damit setzt der Verband ein klares Zeichen für nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln im Sinne der Bewahrung der Schöpfung und bekennt sich zur Umsetzung seiner christlichen Werte im praktischen Alltag. Mit überwältigender Mehrheit wurde zudem beschlossen, dass eine Mitgliedschaft in der Partei “Alternative für Deutschland” (AfD) unvereinbar mit einer Kolping-Mitgliedschaft ist. Dazu wurde eine entsprechende Satzungsänderung verabschiedet, die es ermöglicht, Mitglieder auszuschließen, die Positionen vertreten, die den Grundkolpingmagazin sätzen und dem Leitbild von Kolping Deutschland widersprechen. Dieser Beschluss unterstreicht die klare werteorientierte Haltung des Verbandes: Kolping steht für Solidarität, Menschenwürde und eine offene, demokratische Gesellschaft – Werte, die nicht mit den programmatischen Positionen der AfD vereinbar sind.

Die inhaltlichen Beschlüsse sind ausführlicher in den Nachrichten dargestellt. Zu den Nachrichten-Beiträgen des Kolpingmagazins

Außerdem finden sich die Beschlüsse unter www.kolping.de/verband/erklaerungen

Auf der Bundesversammlung wurden viele Fotos gemacht: 

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Blick nach vorne: Gemeinsam gestalten

Die Bundesversammlung 2025 hat gezeigt: Kolping Deutschland ist nicht nur ein Verband mit einer langen Tradition, sondern ein lebendiger und zukunftsorientierter Akteur. Gestärkt durch eine neue Verbandsspitze, agile Strukturen und klare Inhalte geht der Verband selbstbewusst in die Zukunft. Die Beschlüsse signalisieren Offenheit, Verantwortungsbereitschaft und Mut zur Positionierung – getragen von den vielen Ehrenamtlichen und Mitgliedern, die KOLPING mit Leben füllen. Der Weg in die Zukunft hat begonnen – solidarisch, christlich und mit klarem Blick auf die Herausforderungen unserer Zeit.

Maria Adams

(62, Einzelmitglied), Seelsorgerin, Coach, Geistliche Leiterin:

“Ich lege den Schwerpunkt auf den Kolping-Spirit: was verbindet uns im Glauben, was trägt uns in unserem Einsatz für eine bessere Welt. Mir ist es wichtig, mit allen Diözesanverbänden und den Kolleg*innen im geistlichen Amt im engen Austausch zu sein, das Ohr an den Menschen zu haben: an der Basis dran bleiben.”

Mariele Biesemann

(61, DV Aachen), Geschäftsführerin Prodia Werkstätten:

“Mein Herz schlägt für ein soziales, inklusives Miteinander, Teilhabe und Chancengleichheit. Vor dem Hintergrund, die Nöte der Zeit zu erkennen, möchte ich mich für einen Arbeitsmarkt einsetzen, der sich insbesondere an den Herausforderungen der jungen Generation orientiert. Um den Mitgliederschwund zu stoppen, schweben mir neue, kreative Ideen vor.”

Andreas Blümel

(61, DV Erfurt), Fachbereichsleiter Ordnungsamt & Innere Dienste:

“Ich freue mich in den kommenden Jahren unseren Verband umzugestalten. Es gilt neue Strukturen zu denken und praxistauglich unseren Kolpingsfamilien anzubieten, ohne dabei auf Bewährtes zu verzichten. In diesem Prozess möchte ich meine Ideen und Erfahrungen einbringen.”

Walter Fehle

(57, DV Augsburg), Wirtschaftsingenieur:

“Ich komme aus einer starken und aktiven Kolpingsfamilie, die gegen den Trend immer noch wächst – und ich möchte meine Erfahrungen aus der Ortsarbeit in alle Ebenen des Verbandes einbringen.”

Wiebke Harwardt

(33, DV Köln), Teamleitung und Vorstandsreferentin:

“KOLPING wird heute mehr denn je gebraucht – als starker sozialer Akteur, als Wertegemeinschaft und als Ort, an dem Menschen Sinn, Mitgestaltung und Zugehörigkeit erfahren. Ich möchte KOLPING mitgestalten, damit es für kommende Generationen Kolpinger*innen genauso kraftvoll, lebendig und prägend sein kann wie für mich.”

Matthias Knauff

(60, DV Münster), Bankkaufmann: 

"Durch meine Arbeit auf verschiedenen Ebenen und an unterschiedlichen Themenbereichen habe ich bei KOLPING viele tolle und engagierte Menschen kennengelernt. Die Arbeit und diese Begegnungen haben mein Ehrenamt geprägt und mich bereichert. Ich möchte durch mein Engagement meinen Beitrag leisten, Kolping Deutschland zukunftsfähig zu gestalten.«

Stefan Krantz

(62, DV Speyer), Strahlenschutz/Brandschutzbeauftragter: 

“Mein Ziel ist es, das Soziale als Kernkompetenz von KOLPING stärker in den Mittelpunkt zu rücken. In Zeiten großer Herausforderungen braucht es Verantwortung und innovative soziale Lösungen. Besonders wichtig ist mir die Förderung der Kolpingjugend – sie ist das Fundament für eine lebendige, zukunftsfähige und sozial engagierte Gemeinschaft.”

Martin Rose

(62, DV Köln), Stabsoffizier: 

“Die Begegnung mit den Kolpinggeschwistern sowie die inhaltliche Arbeit liegen mir gleichermaßen am Herzen. Inspiriert durch unser Leitbild bewegen mich besonders die Themen Adolph Kolping, Familie, Mitgliedschaft, Bildung und Demokratie. Für unser aller Engagement wünsche ich mir, dass Gottes zahlreicher Segen uns liebevoll begleitet.”

Stephan Stickeler

(65, DV Paderborn), Lehrer: 

"KOLPING und die Idee ‘Weltfamilie’ sollen überall bekannt und lebendig
sein. Das ist Antrieb für mein Tun. Gerechtigkeit und Teilhabe sind zwei Aspekte, die mir dabei wichtig sind. Daher möchte ich mich weiterhin im Bereich Arbeitswelt, Handwerk und Soziales einsetzen und hier unser neues Leitbild mit Leben füllen."

Benedikt Volberg

(35, DV Köln), Bauingenieur:

“Bereits als Diözesanleiter war mir ein kommunikativer, transparenter und vernetzter Bundesvorstand ein Anliegen. Im Bundesvorstand möchte ich die Zukunft – thematisch und strukturell – mitgestalten, sowie in den Rechtsträgern meine Expertise aus meinem Berufsalltag einbringen.”

Kathrin Zellner

(41, DV Passau), Friseurmeisterin: 

“Ich möchte KOLPING in der Gesellschaft und in der Politik weiter sichtbar machen, den Diözesanverbänden Handlungshilfen an die Hand geben, um sie bei ihrer Arbeit unterstützen zu können, denn wir sind ein wichtiger Partner in vielen gesellschaftlichen Gremien!”

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